Ich mag keinen Sport. Es ist mir ziemlich suspekt, wie Leute Sport mögen können. Dieses Konzept von Betätigung um der Betätigung Willen hat sich mir nie so recht erschlossen. Sofern die körperliche Tätigkeit einem höheren Ziel – beispielweise der Vermeidung einer weiteren Abmahnung wegen Zuspätkommens – dient, nun gut, dann kann ich mich entgegen meiner eher gemütlichen Natur auch einmal zu einem gelegentlichen Sprint hinreißen lassen.

Aber freiwillig? Aus Spaß? Ist nicht meins.

Wobei schon erwähnt werden sollte, dass es mir dabei lediglich um die Ausführung von Sport geht. Die Aufnahme jenseits von Bildschirmen und Leinwänden stattfindender, sportlicher Großereignisse bereitet mir im Gegenzug durchaus große Freude. Wenig verwunderlich, lässt sich derartiger Konsum doch wunderbar im Sitzen, manchenfalls sogar im Liegen bewältigen.
Andere machen was, ich gucke zu: Bestmögliche Arbeitsteilung!

Nichtsdestotrotz fand ich mich gestern in einer mit Badmintonspielern gefüllten Turnhalle, selbst ebenfalls einen Schläger in der rechten Hand haltend, wieder. Aufgrund der aus den Gesichtern meiner Mitspieler strahlenden Motiviertheit nötigte mich mein Gewissen dazu, nicht vollkommen nutzlos in der Gegend rumzustehen.

Ich ließ mich tatsächlich sogar dazu hinreißen, dem einen oder anderen der grob in meine Richtung fliegenden, gefiederten Spielbälle nachzuhechten. Nochmal: Ich bin gelaufen! Mit der Absicht, dieses lächerliche Spielgerät zu erreichen und mit dem Schläger in meiner Hand auf die andere Seite des Netzes zu befördern. Nur, damit der Feind dieses erneut zurück in meine Hälfte befördert. Damit ich wieder laufen muss! Bescheuertes Prinzip. Und diese offensichtlich Gestörten, die mich umgaben, erfreuten sich an diesem ziellosen Rumgetolle. Freuten sich, wenn sie einen Punktgewinn verzeichnen konnten. Zumindest diese Gemeinsamkeit konnte ich mit ihnen feststellen: Ich freute mich auch mehr, wenn ich mich nicht zum Ball hin bequemen wollte. Nicht-Bequemen find‘ ich nun wahrlich viel bequemer.

„Das war also dieses ‚Sport‘, von dem immer alle reden.“ sprach ich zu mir selbst auf der Heimfahrt, weg von dieser höllischen Halle. Ich neige häufig dazu, Selbstgespräche zu führen, wenn ich Dinge aufzuarbeiten versuche, die mir lediglich blankes Unverständnis abzuringen vermögen.

„Naja.“

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